Publikationen Sprachförderung und Kita-Nutzung
Vor dem politischen Hintergrund geplanter ABC-Klassen zur Sprachförderung, die damit einhergehen, sprachzufördernde Kinder aus den Kitas zu holen und für wenige Stunden pro Woche in Grundschulen zu fahren, um sie dort gezielt sprachlich zu fördern, kann man sich ja fragen: Moment mal, das ist doch Blödsinn, Sprachförderung ist doch klar Aufgabe von Kindertagesstätten??? Möchte die Politik etwa ausdrücken, die Kitas seien dazu fachlich nicht in der Lage? Empirische Erkenntnisse dazu liefert folgende Untersuchung:
„Sprachliche Förderung und Schulvorbereitung in Kindertageseinrichtungen –
Empirische Befunde einer bundesweiten Umfrage“
Expertise des Paritätischen Gesamtverbandes, März 2026
https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/sprachliche-foerderung-und-schulvorbereitung-
in-kindertageseinrichtungen/Und was fanden die Forschenden heraus? „Zwei Drittel der Einrichtungen geben an, dass sie den sprachlichen Förderbedarf der Kinder mit dem vorhandenen Personalschlüssel nicht abdecken können. Dieser Wert ist gegenüber dem Vergleichsjahr 2021 deutlich erhöht und weist auf eine zunehmende Belastung von Fachkräften hin.“ Na klar, statt ins Personal kann man das Geld auch in Taxis stecken zum Umherkarren von Kindern….
Auch spannend die Untersuchung: „Wenn es erst an Personal und dann an Vertrauen mangelt. Wahrgenommene Qualität, Schließungserfahrungen und der Wandel der Nicht-Nutzungsgründe in der Kindertagesbetreuung.“
Studie Deutsches Jugendinstitut (DJI)
Neuberger, Franz/Grgic, Mariana/Lippert, Kerstin/Kuger, Susanne (2026)
https://www.dji.de/veroeffentlichungen/literatursuche/detailansicht/literatur/38243-wenn-es-erst-
an-personal-und-dann-an-vertrauen-mangelt.html
Der Anteil der Kinder, welche keine Angebote der Kindertagesbetreuung nutzen, steigt trotz sinkender Kinderzahlen und wachsendem Personal nicht entsprechend an. Ein paradoxer Mechanismus legt den Schluss nahe, dass die demografische Entlastung vor allem die Auswahlmöglichkeiten qualitätsbewusster Familien verbessert, während vulnerable Gruppen weiterhin auf Angebote mit geringerer Qualität verwiesen blieben – der Geburtenrückgang
würde so bestehende Segregationsmuster eher verschärfen als auflösen.

